Philosophie

Das Fach Philosophie wird in der Sekundarstufe I und II mit unterschiedlichen Schwerpunkten unterrichtet.

Praktische Philosophie (Sekundarstufe I)

Das Fach „Praktische Philosophie“ richtet sich an diejenigen Schülerinnen und Schüler, die nicht am konfessionellen Religionsunterricht teilnehmen oder aus Gewissensgründen nicht mehr daran teilnehmen möchten. Anders als in der gymnasialen Oberstufe geht es nicht vorrangig um philosophische Positionen, sondern darum, sich mit Alltagsproblemen wie zum Beispiel der Frage nach dem Beginn der Welt zu beschäftigen und verschiedene Antworten aus der Philosophie, der Literatur, der Gesellschaft und auch aus den Religionen auf ihre Tragfähigkeit hin zu überprüfen. Inhaltlich geht es um die Vermittlung einer Wertorientierung auf einer Basis, die nicht an ein bestimmtes Glaubensbekenntnis gebunden ist.

Im Mittelpunkt des Unterrichts stehen daher das Einüben von Toleranz und das Erlernen von Möglichkeiten einer gewaltfreien Konfliktlösung. Ein zentrales Ziel des Fachunterrichts besteht darin, den anderen in einer multikulturellen Gesellschaft besser verstehen zu können und eine eigene Meinung zu gesellschaftlichen Themen und Problemen zu entwickeln und sachlich begründet zu vertreten. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Fachunterrichts ist die Entwicklung von Empathiefähigkeit.

Unabhängig von der Teilnahme am Unterricht im Fach Praktische Philosophie wird in der Oberstufe das Fach Philosophie angeboten.

Philosophie in der Sekundarstufe II

Im Zeitalter der Ökonomisierung und der Globalisierung ist in einem besonderen Maße die gedankliche Auseinandersetzung mit den traditionellen Werten gefordert. In diesem Kontext kommt der Philosophie ihre immer schon bewährte Praxis des Staunens, des genauen Hinsehens, der differenzierten, kritischen Betrachtung zugute.

Da wir in einer Wissenschaftsgesellschaft leben, ist auch die Schule angehalten, dem Rechnung zu tragen, wobei der Philosophie im Vergleich mit den anderen Fächern eine besondere, ja sogar tragende Aufgabe zufällt. Wie kein anderes Fach erfüllt sie die fächerübergreifende Kompetenz, um das alle Wissenschaften Verbindende herauszuarbeiten und das in einem anthropologischen und einem ethisch-moralischen Sinn. Das gilt naturgemäß ebenfalls für den weiten gesellschaftlichen Bereich, vor allem in Hinsicht auf kulturübergreifende Kompetenzen in einer multikulturellen Gegenwart.

Besondere Bedeutung kommt in der gegenwärtigen gesamtpolitischen Lage des 21. Jahrhunderts der immer komplizierteren staatlichen Strukturen zu, sowohl im nationalen als auch im internationalen Verständnis. Es gilt hier grundlegende Staatsmodelle zu analysieren und Strukturen herauszuarbeiten, die Frage nach dem gerechten Staat, nach Legitimierung von bestimmten Herrschaftsstrukturen zu stellen und auf Entwicklungen zu übertragen, ohne ideologische dogmatische Abhängigkeiten in den Vordergrund zu stellen. Dabei ist vor allem die Frage der Friedenssicherung von elementarer Wichtigkeit.

Der Philosophieunterricht zielt ferner darauf ab, das Denken zu fördern, indem das Lesen und Verstehen komplexer und komplizierter Texte geschult wird, so dass die Schülerinnen und Schüler lernen, Gedankengänge sehr schnell zu verstehen, eigene Gedankengänge auch sachlich, stringent und kohärent zu formulieren. Das fördert insgesamt das logische Denken und befähigt die Schülerinnen und Schüler, sich Texte jeglicher Art schnell zu erarbeiten. Das ist die Voraussetzung für jede Form wissenschaftlichen Arbeitens.

Diese angeführten Gedanken werden ergänzt durch die Richtlinien und Kernlehrpläne für die Oberstufe. Ziel ist es, eine Vernunftkultur zu etablieren, die ebenfalls die demokratischen Grundrechte und den Toleranzgedanken frei von jeglicher Dogmatik fördert. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler im Idealfall ihre gewonnen philosophischen Erkenntnisse auch in ihren individuellen Alltag einbeziehen können.

Das Fach Philosophie bietet zudem die Teilnahme am Wettbewerb „Philosophischer Essay“ der Bezirksregierung Düsseldorf an.

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