Der Umgang mit Smartphone und Social Media-Apps will gelernt sein: Tobias Schmölders gab der Klasse 6b dazu wertvolle Tipps.

Klasse 6a tauscht sich über WhatsApp & Co. aus

Seit vielen Jahren schon besucht Tobias Schmölders verschiedene Jahrgangsstufen am Adolfinum. Der Diplom-Pädagoge arbeitet seit über 20 Jahren als freiberuflicher Medienpädagoge und trifft dabei Kinder- und Jugendgruppen, Schulklassen, Lehrer*innen und Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendarbeit.

Klare Regeln: Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a waren sich über die Regeln für ihren Klassenchat schnell einig.

In diesem Jahr sprechen alle 6. Klassen in einer Doppelstunde über ihren tagtäglichen Medienkonsum. Das Handy steht dabei besonders im Fokus. Auch wenn der Experte rät, Kindern und Jugendlichen erst ab dem 12. Lebensjahr ein eigenes Smartphone zur Verfügung zu stellen, weiß auch er "viele 7-8jährigen Kinder haben schon ein eigenes Gerät". Und der Umgang mit den Handys will gelernt sein. Damit sind nicht die Apps und deren Verwendung gemeint, sondern vielmehr die Grenzen und auch Regeln im Konsum.

Klassengruppen bei WhatsApp sind neben ihrem großen Nutzen oftmals ein Ort von Zank und Streit, von Missverständnissen und auch unangemessenen Bildern und Videos. Dabei gibt Schmölders praktische Tipps: „Am besten bestimmt man innerhalb der Gruppe vertrauensvolle Admins, die die vorher vereinbarten Regeln und ihre Einhaltung überwachen.“ Und diese Regeln sind schnell gefunden - auch die 6b weiß, was gemeint ist: keine Nachrichten mehr nach 22 Uhr; keine sinnlosen Sticker und Bilder; keine Kettenbriefe; keine unnötigen Nachrichten; keine Streitereien zwischen einzelnen Mitgliedern; keine zweideutigen Nachrichten, … Und auch was den Anbieter angeht, rät Schmölders: „Es gibt gute Alternativen zu WhatsApp, die auch von Stiftung Warentest als besser bewertet wurden, wie zum Beispiel Signal.“

Doch auch ganz ohne Handy lässt es sich manchmal besser leben. Das zeigt ein kleiner Film, den der Medienpädagoge den Schülerinnen und Schülern präsentiert. Restaurantbesuche, Spielenachmittage, romantische Dates, Gespräche mit dem besten Freund – wenn einer das Handy herausholt, endet der Kontakt zwischen den Menschen. Das kann man ändern, indem man das, was einen selbst bei anderen stört, besser macht, findet Schmölders.

Doch das richtige Maß finden ist nicht leicht, denn viele Dienste buhlen um die Aufmerksamkeit der Kinder und Jugendlichen. Instagram, Tiktok, Snapchat, Youtube, WhatsApp – all diese Programme wollen ihre Nutzer dazu verleiten, länger zu bleiben und mehr Daten preiszugeben. Und so können auch schon viele Adolfiner von Spamnachrichten und Phishing-Anrufen berichten. Vorsicht also bei der Einrichtung von Konten, keine persönlichen Daten preisgeben und die Ortungsfunktion ausschalten.

Auch das Thema Cybergrooming spricht der Experte an und warnt vor Kontakten, die wir nicht aus dem realen Leben kennen. „Dahinter können sich Menschen verbergen, die über viel Aufmerksamkeit und Zuhören den Eindruck vermitteln, an uns interessiert zu sein. Spätestens bei der Frage nach Fotos oder einem persönlichen Treffen sollte man misstrauisch werden.“

Die Schülerinnen und Schüler genießen die Gelegenheit, sich zu diesen Themen in ihrer Klasse offen austauschen zu können und so mancher geht nach der Doppelstunde zu Tobias Schmölders nach vorne und fragt noch etwas oder bittet um Hilfe bei Einstellung eines Accounts für mehr Privatsphäre und Sicherheit.

Der Besuch knüpft damit auch an die wertvolle Arbeit der Medienguides an. Die Eltern der Adolfiner hatten zu diesem Thema im November letzen Jahres Gelegenheit, sich bei einem Online-Elternabend zu informieren.

Text & Fotos: Eva Redeker.

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