Ein lebhafter Einblick in Beethovens Leben und Werk: Knut Hanßen in der Aula Adolfinum.

Knut Hanßen gibt "Gesprächskonzert" über Beethovens Eroica-Thema

Am 12. November 2020 besuchte Pianist und Dirigent Knut Hanßen - er hat sein Abitur am Adolfinum gemacht - den Musikkurs der Q1 von Lehrer Simon Stockamp. Er brachte den Schülerinnen und Schülern das Leben von Ludwig van Beethoven anhand dessen imposanter Stücke und diskussionswürdiger Lebensweise näher. Neben eindrucksvollen Klaviervorführungen berichtete Hanßen auch über seinen Werdegang vom Adolfiner zum Konzertpianisten.

Als der Musikkurs in der Aula eintraf, wartete dort bereits Knut Hanßen am Flügel und begann nach einer kurzen Vorstellung seiner selbst mit Beethovens Entwicklung von einem Klaviervirtuosen hin zu einem weltgefeierten Musiker. Passend zu Beethovens 250. Geburtstag konnte Knut Hanßen anhand von Beethovens Werken, die oftmals in Rage aufs Notenpapier übertrugen wurden, dessen eigensinnige Art als Musiker darstellen.

Neben einer anschaulichen Präsentation wurden die Schülerinnen und Schüler auch in Hanßens interaktiven Vortrag einbezogen, indem zum Beispiel Fragen über Beethovens Werke gestellt wurden. Auch bei dem Vergleich zweier Stücke hatten die Schüler erneut die Möglichkeit ihre Kenntnisse aus dem Musikunterricht unter Beweis zu stellen. Jedoch wurden Beethovens Stücke, wie die „Eroica“, den Schülern nicht nur in Notenform auf Papier gezeigt: Knut Hanßen spielte jedes der Stücke in herausragender Virtuosität vor, was Schüler und Lehrer in sichtliches Staunen versetzte.

Zudem berichtete Knut Hanßen Interessantes über ein ganz bestimmtes Thema, welches in Beethovens dritter Sinfonie, der „Sinfonia Eroica“ vorkommt. Dieses Thema verarbeitete Beethoven erstmals in einer Serie von Tanzsätzen, dann zum Zeiten wesentlich exponierter und größer instrumentiert im Finale seines einzigen Balletts „Die Geschöpfe des Prometheus“, darauf in den „Eroica Variationen“ für Klavier solo und schließlich im vierten Satz seiner dritten Symphonie. Die Änderung von nur einer Note in der Bassstimme vom ersten Contredance hin zum Finalsatz des Balletts, zeigt Beethovens Liebe zum Detail und ist Ausdruck seiner enorm durchdachten Konzepte zu seinen Kompositionen. Während es für andere Komponisten dieser Zeit üblich war, ein Thema in verschiedenen Kompositionen mehrmals zu verwenden, war es für Ludwig van Beethoven ungewöhnlich, denn für ihn stand immer die Musik als Kunst im Mittelpunkt und er wollte seinen individuellen Weg in der Musikbranche gehen.

Gesprächskonzert an der ehemaligen Schule: der Musikkurs mit Knut Hanßen.

Deswegen, erklärte Knut Hanßen, hatte Ludwig van Beethoven einen als schwierig angesehenen Charakter, er war sehr eigensinnig, vor allem gegenüber ihm höher gestellten Persönlichkeiten. So schrieb Beethoven zum Beispiel an den Anfang der „Eroica Variationen“ einen imposanten Forte-Akkord, um so die Aufmerksamkeit der Hörerinnen und Hörer zu wecken, da ein auf die Musik allein konzentriertes Zuhören zu Beethovens Zeit nicht so selbstverständlich war. Oftmals wurde auch gegessen, getrunken und geredet. Er versah diesen Akkord zudem mit einer Fermate, was bedeutet, dass der Interpret diesen Akkord so lange aushalten kann, wie er möchte. Beethoven selber hielt diesen Akkord zu Beginn des Stückes so lange aus, bis er das Gefühl hatte die Aufmerksamkeit von jeder im Raum anwesenden Person zu haben.

Das Gesprächskonzert mit Knut Hanßen

In Wien war er dafür bekannt, dass er die volle Aufmerksamkeit seiner Hörer forderte, was die meisten auch so einhielten. Als allerdings ein Herr, der diese unausgesprochene Regel wohl nicht kannte, weiter speiste als Beethoven zu spielen anfing, knallte Beethoven den Klavierdeckel zu und stürmte wutentbrannt aus dem Raum, so wird es von Zeitzeugen berichtet. Auch hier kommt also Beethovens Eigensinnigkeit wieder zur Geltung, allerdings auch sein Verständnis von Musik und wie der Künstler für diese wertgeschätzt werden sollte.

Zum Schluss seines Vortrags erhielten die Schülerinnen und Schüler und Musiklehrer Simon Stockamp die Möglichkeit weitere Fragen bezüglich Beethoven sowie Hanßens Tätigkeit als Pianist und Dirigent zu stellen, unter anderem auch, welche Auswirkungen Corona auf seine momentane Arbeit hat. Am Ende seines Besuchs hatte der gesamte Kurs einen lebhaften Einblick sowohl in Beethovens Karrieregang als auch in den Knut Hanßens.

Text: Emma von Groeling-Müller & Selina Inalkac (Q1) | Fotos & Videos: Simon Stockamp.

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