So fühlt es sich also an, in einer echten Burg zu wohnen - die Teilnehmenden mussten über eine Brücke und durch ein Burgtor.

Vorbereitung auf Stufenfahrt vor historischer Kulisse

Die diesjährige Teamerfahrt des Auschwitzprojekts fand an einem ungewöhnlichen Ort statt - auf der Wewelsburg bei Paderborn. An diesem Gedenk- und Erinnerungsort wurde die konkrete Planung der kommenden Polenfahrt im Sommer in den Blick genommen.

Ein imposanter Anblick bot sich allen Teilnehmenden bei der Ankunft nach zweistündiger Busfahrt Richtung Paderborn. Tatsächlich befindet sich die Burg mit besonderem dreieckigem Grundriss, erhöht mit einzigartigem Blick über das Almetal, im kleinen, gleichnamigen Ortsteil Büren-Wewelsburg.

Hinter den meterdicken Schlossmauern waren unsere Teamerinnen und Teamer in der Jugendherberge untergebracht. „Die Burg ist eine imposante Kulisse. Man fühlt sich wie in eine andere Zeit versetzt.“, merkte ein Teilnehmer an.

Die Burg in ihrer heutigen Form wurde in den Jahren 1603 bis 1609 erbaut, auch wenn Graf Friedrich von Arnsberg an gleicher Stelle schon 1123 eine Burg errichtet hatte. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Burg zwischen 1934 und 1945 von der SS genutzt und teilweise umgebaut.

Das Historische Museum des Hochstifts Paderborn setzt sich insbesondere mit der Wewelsburg zu dieser Zeit auseinander und ermöglichte uns eine Führung in zwei Gruppen am ersten Nachmittag nach unserer Ankunft.

Während der Führung erfuhren die Teilnehmenden von den Plänen Heinrich Himmlers Mitte der 1930er Jahre, die Wewelsburg zu einer Schulungsstätte für SS-Führer zu machen. Nach Beginn des Krieges sollte die Wewelsburg zu einem Versammlungsort für SS-Gruppenführer werden. Dies zog große bauliche Veränderungen nach sich, die die Burg entscheidend prägten

Wie umgehen mit der bewegten Vergangenheit der Wewelsburg? Die „Schwarze Sonne“ im Nordturm (hinten) sorgt für kontroverse Debatten.

Dazu beauftragte Himmler den Architekten Heinrich Bartels, der anfangs auf Häftlinge aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen bei Oranienburg zurückgriff, später auch auf Häftlinge aus dem Konzentrationslager Niederhagen, das eigens dafür von Himmler im Ort errichtet wurde. Über 3900 Häftlinge wurden unter menschenunwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen für den Umbau der Wewelsburg eingesetzt. Himmler ordnete im März 1945 die Sprengung der Burganlage und Verwaltungsgebäude an, wobei die Burg völlig ausbrannte, bevor sie von amerikanischen Soldaten am 2. April 1945 eingenommen wurde.

Nur noch ein dreieckiges Mahnmal in einem Wohngebiet erinnert an das KZ Niederhagen. Die Form erinnert an die dreieckigen Aufnäher auf der  gestreiften Häftlingskleidung. „Im Anschluss an den Besuch der Ausstellung besuchten wir das Mahnmal, um der über 1200 Opfer der grausamen Zwangsarbeit zu gedenken.“

Am Abend und am nächsten Morgen wurden in zwei Etappen einige Module für die Polenfahrt im Sommer angespielt und überprüft. Ziel war es, auf ein breites Repertoire an Modulen zur Vorbereitung der Kleingruppen zurückgreifen zu können. Schließlich bedarf es einer thematischen Vorbereitung in den Kleingruppen vor der anstehenden Polenfahrt im Sommer.  

„So können alle mit Zuversicht in die Zukunft blicken“, bestätigte Schulleiter Thorsten Klag, der überraschend die Teilnehmenden besuchte und sich für den Einsatz aller Beteiligten bedankte, „das Polenprojekt wird es dank Euch weiterhin an unserer Schule geben.“

In diesem Sinne blicken alle Teamerinnen und Teamer mit Spannung auf die nächsten Wochen, in denen die Vorbereitung beginnt. „Bis zur großen Fahrt im Sommer mit der Einführungsphase und teilweise Q1 beginnt eine spannende Phase des Projekts.“

Text: Hendrik Eller (Q1, Teamer)

Bilder: Simon Krenz (ehemaliger Adolfiner, Teamer)

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