Packen gemeinsam an für eine gute Sache: Bürgermeister Christoph Fleischhauer reinigt zusammen mit Schülerinnen und Schülern des Adolfinums einen der Stolpersteine.

Jährliche Aktion am Holocaustgedenktag

Am 27. Januar nahmen unserer Schülerinnen und Schüler erneut an einer stadtweiten Aktion teil, bei der die insgesamt 128 Moerser Stolpersteine gereinigt wurden. An 8 verschiedenen Stellen gedachten die Adolfiner der Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft und pflegten die dort verlegten „Stolpersteine“.

Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase nahmen zusammen mit Bürgermeister Christoph Fleischhauer an der stadtweiten Aktion teil

In der Vorbereitung setzten sich die Schülerinnen und Schüler in ihren jeweiligen Klassen und Kursen intensiv mit den Biographien der Deportierten und Ermordeten auseinander, informierten sich über das Konzept der „Stolpersteine“ und suchten nach Pflege- und Reinigungsanleitungen für die Gedenksteine.

Auch Bürgermeister Fleischhauer beteiligte sich wieder an der Aktion und dankte den Schülerinnen und Schülern für ihr Engagement. Er betonte, dass Aktionen wie diese wichtig für eine lebendige Erinnerungskultur sind.

Ein besonderer Dank gilt allen involvierten Schülerinnen und Schülern sowie unseren Kolleginnen und Kollegen, die die Aktion begleitet haben: Christina Evers, Dina Mecklenburg, Ulrike Krakow, Franziska Deventer, Philipp Janura, Daniel Schirra und Lucas Liesegang.

Hintergrund 27. Januar:

Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Vernichtungslager Auschwitz. Allein an diesem Ort ermordeten die Nationalsozialisten zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Million Menschen.
Seit 1996 ist der Jahrestag der bundesweit gesetzlich verankerte Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Im Jahre 2005 wurde der 27. Januar durch die Vereinten Nationen zum internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocaust erklärt.

Text: Daniel Schirra

Foto: Klaus Janczyk (Stadt Moers)

Slideshow: Daniel Schirra mit Fotos von Christina Evers, Dina Mecklenburg, Ulrike Krakow,
Franziska Deventer, Lucas Liesegang, Daniel Schirra, Klaus Janczyk und Philipp Janura

Berichte aus dem Kurs von Ulrike Krakow:

Auschwitz, die „Todesfabrik“, in der mindestens 1,1 Millionen Menschen ihr Leben verloren - zwei von ihnen waren das Ehepaar Philipp und Johanna Berkley. Sie wurden 1944 nach Theresienstadt deportiert und am 30.10.1944 in Auschwitz ermordet.

Als ich vor einiger Zeit mit der Schule im Konzentrationslager Auschwitz war und durch das Tor mit der bekannten Aufschrift „Arbeit macht frei“ ging, konnte ich mir kaum vorstellen, wieviel Angst die deportierten Menschen gehabt haben müssen. Die Sonne strahlte, meine Freunde liefen um mich herum. Doch wie naiv ich war, denn schnell holte mich alles, was ich vorher über Konzentrationslager gelernt hatte, wieder ein. Es fing beim genauen Betrachten der Schrift „Arbeit macht frei“ an. Das „b“ stand falsch herum. Mir wurde erzählte, dass diese Überschrift von einem jüdischen Insassen gefertigt wurde und es die für ihn die einzige Chance war, sich gegen das Regime zu wehren. Als ich mir danach die einzelnen Ausstellungen innerhalb der alten Häftlingshäuser ansah, wurde es mir immer mulmiger. Ich sah Bilder, Häftlingskleidung, Koffer und Geschirr der ehemaligen Inhaftierten. Doch als es plötzlich hieß „im nächsten Raum bitte keine Bilder machen“, hatte ich plötzlich Panik. Ich hatte schon gehört, dass es Haare von den Gefangenen in einem Trakt zu sehen gäbe. Doch wie würde das nun aussehen? Als ich den Raum betrat, war ich geschockt, Berge von Haaren. So persönlich und gleichzeitig so fremd.

Ich war froh, als ich aus dem Raum heraus war, doch das Bild dieser Haare lässt mich bis heute nicht los.

Eine weitere Ausstellung zeigte Skizzen von Kindern. Sie wurden an Wänden gefunden, nachdem Auschwitz befreit wurde. Eine Skizze zeigte Blumen mit der Aufschrift „für Mama“, gemalt von einem Kind, welches von der Mutter getrennt wurde und welches nicht wusste, ob es die Mutter je wieder sehen würde.

Doch ist es wichtig sich eben dieser Vergangenheit nicht zu verschließen, denn auch wenn es sich so leicht sagen lässt, dass der Nationalsozialismus mit seiner Ideologie in der Vergangenheit liegt, gibt es auch heute noch Rassismus und Antisemitismus in der Gesellschaft. Also nein, das Thema ist äußerst aktuell und es ist wichtig, daran zu erinnern, um nicht zu vergessen. Philipp und Johanna Berkley sollten nicht vergessen werden, sondern uns immer eine Erinnerung an das, was geschehen war, sein

Text: Ida Göres (Q2)

Am 27.01.2023, dem internationalen Holocaustgedenktag, haben wir, der Religionskurs der Q2, uns auf den Weg gemacht, um die Stolpersteine zu säubern.

Im Vorhinein haben wir uns damit beschäftigt, um wen es sich überhaupt handelt bei diesen Stolpersteinen. Wir haben herausgefunden, dass es sich um das Ehepaar Johanna und Philipp Berkley handelt. Johanna wurde 1883 geboren, sie war Tochter des Kaufmanns Maximilian Windmüller und ihr Mann Philipp arbeitete zusammen mit seinem Schwager im elterlichen Geschäft. Johanna und Philipp hatten zusammen zwei Söhne: Kurt und Max, welche das Adolfinum besuchten.

Die ganze Familie verließ Moers 1934 und sie flohen 1939 in die Niederlande. Darauf folgte, jedoch die Inhaftierung von Johanna und Philipp am 25. Februar 1939 in Westerbork und die Deportation am 28. Oktober 1944 nach Theresienstadt. Am 28. Oktober 1944 wurden sie in das Vernichtungslager in Auschwitz gebracht. Ihre Söhne Max und Kurt überlebten im Untergrund in den Niederlanden.

Es war wichtig, sich noch einmal das schreckliche Schicksal dieser Menschen bewusstzumachen und ihrer sowie der vielen anderen im Holocaust getöteten Menschen zu gedenken.

Text: Sandy Ajisegbede (Q2)

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