Stilvoll: Der Gedenkkranz der Schule. Gestaltet von Kunstlehrerin Christina Evers.

AdolfinerInnen gedenken der Opfer der Pogromnacht

Julian Müller (Q1) nahm Bezug zu dem Zeitzeugengespräch unserer Gedenkstättenfahrt. Er appellierte an die junge Generation, „diese Geschichten weiterzuerzählen, die Erinnerung wachzuhalten und entschieden gegen jede Form von Menschenverachtung vorzugehen.

Am 9. November fand am Mahnmal „Synagogenbogen“ die alljährliche Gedenkveranstaltung zum Pogrom von 1938 statt. Das Datum stellte den furchtbaren Auftakt zur systematischen Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in Europa dar. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse im Nahen Osten, aber auch hier in Europa, erlangte die Thematik erneut eine besondere und gleichermaßen schreckliche Aktualität.
Zahlreiche Schülerinnen und Schüler unserer Schule nahmen an der Gedenkstunde teil, um der verfolgten und ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Stadt Moers zu gedenken und die Veranstaltung durch Redebeiträge mitzugestalten. Gleichermaßen richteten sie jedoch auch den Blick in die Gegenwart und in die Zukunft. Die jungen AdolferInnen setzten aktiv ein Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit jeglicher Art. Sie betonten, dass ein friedliches Miteinander nur mit gelebter Toleranz, gegenseitigem Respekt und kontinuierlichem Dialog zu erreichen ist.

Text: Daniel Schirra

Fotos: Simon Krenz

Schüler*innenbeiträge der Klasse 9a

Jodie Lechtenberg

Am 9. November 1938 nahm das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte seinen Anfang.

Die Reichspogromnacht stellte den Beginn der systematischen Verfolgung und Vernichtung der Jüdinnen und Juden in Europa dar. Während dieser Nacht wurden jüdische Häuser, Geschäfte und Synagogen zerstört, viele Juden wurden verhaftet und in Konzentrationslager deportiert. Es ist ein düsteres Kapitel in unserer Geschichte, welches uns daran erinnert, wie wichtig es ist, gegen Hass und Diskriminierung zu kämpfen. Als Gesellschaft müssen wir uns bemühen, uns an die Opfer, an den Hass, die Diskriminierung und die psychische und physische Tortur, die diese Menschen erlitten haben, zu erinnern.

Ich fühle eine Last auf meinem Herzen, wenn ich daran denke, dass all diese Menschen individuelle Personen waren, mit Gefühlen, Hoffnungen, Ambitionen und einer Familie oder Freunden. Menschen freuten sich auf den nächsten Tag, doch was sie nicht wussten, war, dass viele von ihnen den nächsten Tag nicht mehr erleben werden würden. Wie schrecklich kann ein Mensch nur sein, so viel Leid zu verursachen und auch noch spätere Generationen zu traumatisieren? Wie grausam kann ein Mensch nur sein, um 6 Millionen unschuldigen Menschen ihr Leben aus den Händen zu nehmen? Wie? Das werden wir wohl niemals verstehen.

Lasse Stais, Joshua Kirchberg

Am 09.11.2023 sind wir mit unserer Klasse und den beiden Lehrern Herrn Schirra und Frau Schindler in die Moerser Stadtmitte gegangen, um dort an einer Gedenkveranstaltung teilzunehmen.

Schließlich nahm mit der Reichspogromnacht vor nunmehr 85 Jahren das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte seinen Anfang. Am 09.11.1938 wurden auf Hitlers Befehl Juden verfolgt und ermordet, deren Häuser, Synagogen und Eigentum zerstört.

Gegen 11 Uhr morgens standen wir dann am Synagogenbogen in der Altstadt und unser Geschichtslehrer Herr Schirra, der ebenso auch Organisator dieser alljährlichen Gedenkveranstaltung ist, leitete durch seine Eröffnungsrede die Veranstaltung ein und bat anschließend mehrere Redner vor den Synagogenbogen. In unterschiedlichen Reden berichteten diese von ihren Erfahrungen: Es wurde über eine Stufenfahrt in Auschwitz berichtet, es wurde ein jüdisches Kinderlied gesungen, es wurde aus Tagebüchern von Zeitzeugen vorgelesen und die Folgen und Todeszahlen dieses antisemitischen Massakers durch die Deutschen aufgezählt.

Über 1 Millionen Juden wurden während der Naziherrschaft allein in Auschwitz ermordet. Dies ist eine unfassbar hohe Zahl, vergleichbar ist es mit der Einwohnerzahl Kölns. Als schließlich noch die Namen der Opfer aus Moers vorgelesen wurden, war jeder einzelnen Person die Trauer in den Augen anzusehen. Für uns ist es schwer, die Gefühlswellen während der Veranstaltung in Worte zu fassen, da dieses Massaker uns einfach die Sprache verschlägt. Natürlich empfinden wir Trauer, Wut, Schmerz und sind schockiert. Es ist ein unfassbar schreckliches Verbrechen begangen worden, die Opfer wurden psychisch und physisch von unseren Vorfahren gefoltert. So etwas darf nie wieder passieren! Kein Mensch sollte so aufgrund seiner Meinung oder Religion unterdrückt werden. Unter all den Erzählungen ist dies das Wichtigste, das wir an diesem Tag verinnerlicht haben.

Leon-Joel Pentzaropoulos

In der Nacht vom 9. auf den 10 November 1938 wurden in ganz Deutschland jüdische Geschäfte und Synagogen in Brand gesteckt. Mit diesem Novemberpogrom begann der größte Völkermord Europas.

Um der Opfer zu gedenken, kamen am 09. November 2023 viele Menschen am Synagogenbogen zusammen. In einer Gedenkstunde der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ), die um 11 Uhr begann, wurden die 190 Namen der Moerser Opfer von Schülerinnen und Schülern verlesen und es wurden Kränze niedergelegt.

Schülerinnen und Schüler der Hermann-Runge Gesamtschule, der Geschwister-Scholl-Gesamtschule und des Gymnasiums Adolfinum sowie Bürgermeister Fleischhauer wiesen zuvor darauf hin, wie wichtig die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus ist, gerade angesichts des wachsenden Antisemitismus in Deutschland und der Situation in Nahost.

„Wir müssen miteinander im Gespräch bleiben, und für Frieden, Gerechtigkeit, Anerkennung und ein friedliches Miteinander einstehen“, so Fleischhauer in seiner emotionalen Rede.

In Deutschland dürfe es keinen Antisemitismus geben, betonte der Der Bürgermeister scharf.

Daniel Schirra von der GCJZ wies eindringlich auf die Position der Gesellschaft hin: Ein friedliches Miteinander müsse aktiv hergestellt werden und ist keine Selbstverständlichkeit. Dass der aktuelle Nahost-Konflikt dieser Gedenkstunde eine besondere Aktualität verlieh, wurde durch einen Zwischenfall deutlich: Ein Rollerfahrer tauchte wie aus dem Nichts auf und rief „Freiheit für Gasa“. Die zum Schutz der Gedenkveranstaltung abgestellte Polizei war so überrascht, dass sie nur hinterherschauen konnten.

Die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse des 9. November 1938 mahnt uns dazu, gegen Antisemitismus vorzugehen und für Frieden und Gerechtigkeit einzustehen. Die emotionale Rede des Bürgermeisters unterstreicht die Dringlichkeit, sich gemeinsam für ein respektvolles Miteinander zu engagieren.

Pauline Raser und Lea Nowatzki

Am 9. November 2023 fand in Moers eine Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer der Pogromnacht vor 85 Jahren statt. Diese wurde wie jedes Jahr von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit organisiert. Viele Bürger*innen der Stadt Moers versammelten sich am Synagogenbogen in der Innenstadt, um ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Auch Schülerinnen und Schüler des Adolfinums und anderer Schulen in Moers kamen zusammen. Gemeinsam mit einer fünften Klasse der Hermann-Runge-Gesamtschule wurde das Lied „Donna Donna“ gesungen und auch die Schüler*innen der Geschwister-Scholl-Gesamtschule leisteten in der Veranstaltung durch das Vorlesen von Berichten, die Augenzeugen der Pogromnacht schrieben, einen Beitrag. Die 9a des Adolfinums las die Namen der Juden und Jüdinnen aus Moers, die der Shoa zum Opfer fielen, vor und legte in Erinnerung an sie einen Kranz nieder. Der Bürgermeister Christoph Fleischhauer merkte mit Nachdruck an, dass man sich aktiv erinnern müsse: „Antisemitismus muss in Deutschland erstickt werden”, so seine Worte. Im Anschluss wies Herr Schirra, welcher für die Christlich-Jüdische Gesellschaft sprach, auf die besondere Aktualität von antisemitischen Tendenzen durch den Nahostkonflikt hin. Julian Müller, Schüler des Adolfinums, berichtete über seinen Besuch in Auschwitz, welcher ihn und viele andere Schüler*innen zutiefst schockierte. Auch eine andere Schülerin teilte ihren Text mit den Menschen.

Wir denken, dass diese Veranstaltung und das Gedenken wichtig für ein friedliches Miteinander ist und halten es für notwendig, an das Ausmaß der schrecklichen Taten, die zu Folter und Tod führten, zu erinnern. Niemals darf vergessen werden, welches furchtbare Schicksal jüdischen Menschen während des Nationalsozialismus widerfuhr. Die damaligen Taten sind unverzeihlich und nichts rechtfertigt den größten Massenmord der Weltgeschichte. Besonders in der aktuellen Lage wird durch das Gedenken ein Zeichen gegen antisemitische Übergriffe gesetzt. Durch den Konflikt, der vor einem Monat begann, hat sich der Hass auf Jüdinnen und Juden verstärkt und deshalb ist es umso wichtiger, zusammenzukommen, miteinander zu reden und einander zuzuhören. Aufklärung ist unserer Meinung nach einer der ersten Schritte, um Frieden zu erreichen und Gleichberechtigung zu ermöglichen. Unter jeder Bedingung müssen wir Menschen aller Religionen schützen, um ihnen ein Leben ohne Angst und Verfolgung zu ermöglichen. Wir halten es für sinnvoll, dass Schüler*innen bei Gedenkveranstaltungen auch zukünftig einen Beitrag leisten. So können wir jüngere Generationen auch in vielen Jahren noch über das Schicksal von Jüdinnen und Juden aufklären, welches niemals vergessen werden darf.

Mira Rashid

Vergangenheit ist nicht Vergangenheit - Gedenkveranstaltung an die Opfer der Reichspogromnacht

 Am 9. November 2023 nahm die Klasse 9a unter der Begleitung ihres Geschichtslehrers Herrn Schirra und ihrer Deutschlehrerin Frau Schindler an einer Gedenkveranstaltung in der Moerser Innenstadt teil, um der Opfer der Reichspogromnacht zu gedenken. Neben dem Gymnasium Adolfinum beteiligten sich auch die Hermann-Runge-Gesamtschule und die Geschwister-Scholl-Gesamtschule an der Veranstaltung.

Die Reichspogromnacht hat eine große historische Bedeutung. In jener Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden Synagogen, darunter auch die in Moers, zerstört. Jüdische Geschäfte wurden geplündert, die Verfolgung und Verschleppung von Juden erreichte ein neues Ausmaß.

Herr Schirra eröffnete die Veranstaltung mit einer Rede, gefolgt von Bürgermeister Christoph Fleischhauer. Anschließend trugen zwei Oberstufenschüler, Julian Müller (Gymnasium Adolfinum) und eine Schülerin der Hermann-Runge-Gesamtschule, ihre Beiträge vor. Engagiert beteiligten sich auch Fünftklässler der Hermann-Runge-Gesamtschule an der Veranstaltung, indem sie das auf Jiddisch verfasste Lied „Donna Donna” sangen.

Nachdem Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Geschichten von Zeitzeugen vorgelesen hatten, übernahm unsere Klasse 9a die ehrenvolle Aufgabe, die Namen der Opfer der Shoa aus dem Synagogenbezirk Moers vorzutragen – ganze 6 DIN A4 Seiten, eine schockierende Menge.

Die Veranstaltung endete mit dem Niederlegen von Kränzen und einer ernsthaften Schweigeminute.

Diese Veranstaltung hat mir vor Augen geführt, dass weltweit Hass gegen Religionen existiert, ohne einen wirklichen Grund. Dabei beeinflusst das Ausleben der eigenen Religion nicht das Leben anderer. Es hat mich sehr berührt, wie Hass Millionen von Menschen töten kann.  Außerdem wurde mir deutlich, wie wichtig es ist, Vorurteile abzulegen.

In den letzten Tagen begegneten mir viele Schlagzeilen über Gedenkveranstaltungen zur Reichspogromnacht. Dies bewegt mich sehr, denn das zeigt mir, dass Opfer dieser Nacht nicht in Vergessenheit geraten. Auch die Teilnahme von drei Schulen an dieser Veranstaltung zeigte mir, dass die Bedeutung dieses Gedenkens weiterlebt und dass uns in Zukunft hoffentlich kein Rassismus oder Antisemitismus begegnen wird.

Ganz herzlichen Dank an Herrn Schirra und Frau Schindler, dass wir diese Erfahrung machen konnten und die Möglichkeit erhielten, die Namen der Opfer der Shoa vorzulesen.

— []

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