Geben Einblick über den Unterricht hinaus: Jotam und Esther zu Gast im Hebräischunterricht.

Besuch im Hebräischunterricht der EF

Am 25. Mai besuchten Jotam und Esther im Rahmen des Projekts „Meet a Jew“ den Hebräischunterricht der Einführungsphase. Nachdem die Anmeldung im März sehr unproblematisch über ein Internetformular vonstatten ging, wurde das Treffen telefonisch bestätigt. Bis zuletzt waren zwar die Namen der Besucher bekannt, aber die Spannung blieb, wer uns an dem Tag besuchen würde.

Am Donnerstagnachmittag standen dann zwei sympathische junge Menschen vor dem Sekretariat. Jotam ist Krankenpfleger aus Düsseldorf und seine Mutter kommt gebürtig aus Israel, so dass er neben Deutsch auch Hebräisch spricht. Esthers Familie ist in den 90er Jahren aus der Ukraine nach Deutschland gekommen und sie hat gerade in Aachen ihr Abitur gemacht. Bei koscherem Gebäck und selbstgebackenem Kuchen stellten sich die beiden den interessierten Fragen der 22 Adolfiner*innen und gewährten so ganz individuelle Einblicke in die Vielfalt des jüdischen Lebens in Deutschland. Die Schüler*innen wollten z. B. wissen, welche Bedeutung ganz konkret ihr Jüdischsein für unsere beiden Gäste hat, ob sie schon einmal Diskriminierung erfahren haben, wie streng sie jeweils die jüdischen Speisevorschriften bzw. die Schabbatruhe einhalten oder was ihr Lieblingsfeiertag ist. Esther und Jotam antworteten sehr freimütig und offen auf die vielen Fragen, so dass ein reger Austausch im Kurs entstand und einen Einblick in gelebtes Jüdischsein in Deutschland ermöglichte. „Das war ein tolles Treffen, das wir auf jeden Fall wiederholen sollten“, sagte eine Schülerin bei der Nachbesprechung im Unterricht.

Neben der Beschäftigung mit der hebräischen Sprache und Literatur ist die Beschäftigung mit dem Judentum ein zentrales Anliegen des Hebräischunterrichts an unserer Schule. Oft haben die Schüler*innen nur ein recht abstraktes Bild von „den Juden“, doch durch authentische Begegnungen mit gleichaltrigen Jüdinnen*Juden wie unsere am 25. Mai gelingt es diese Vorstellung von „den Juden“ aufzubrechen und einen Einblick in die Vielfalt des authentischen jüdischen Lebens bei uns zu bekommen. Der persönliche Austausch bewirkt, was hundert Bücher nicht leisten können.

„Meet a Jew“ ist 2020 aus dem Zusammenschluss der erfolgreichen jüdischen Projekte „Rent a Jew“ und „Likrat – Jugend & Dialog“ hervorgegangen. Gemeinsam wurde das Projekt weiterentwickelt und ermöglicht so noch mehr Begegnungen und erreicht dadurch  eine größere Zielgruppen an Universitäten, Sportvereinen, unter Pädagog*innen oder im Internet.

Text und Fotos: Sven Neumann

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