Ergreifend: Gerhard Haase-Hindenberg liest aus einem aktuellen Buch „Ich bin noch nie einem Juden begegnet…“

Gerhard Haase-Hindenberg zu Gast am Adolfinum

Am 18. Oktober durften wir einen ganz besonderen Gast in unserer Aula begrüßen: Gerhard Haase-Hindenberg.

Der namhafte Schauspieler, Publizist und Buchautor sprach mit unserer kompletten Jahrgangsstufe 10 über sein aktuelles Buch „Ich bin noch nie einem Juden begegnet…“. Nach der Lesung zweier jüdischer Lebensgeschichten aus Deutschland tauschte sich Herr Haase-Hindenberg mit den Schülerinnen und Schülern über die Themen Antisemitismus und Alltagsrassismus aus. Dabei verstand er es sehr gut, an die Lebenswelt der Jugendlichen anzuknüpfen.

Für unsere Jahrgangsstufe 10 stellte die Veranstaltung einen gelungenen Auftakt in die Vorbereitung unserer Fahrt nach Auschwitz und Krakau am Ende des Jahres dar.

Ein besonderer Dank gilt Herrn Haase-Hindenberg, der vhs Moers - Kamp-Lintfort, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V., dem Partnerschaftsverein Ramla Moers e.V. und dem Grafschafter Museum.

Zur Person: Gerhard Hasse-Hindenberg

Gerhard Haase-Hindenberg stand nach dem Besuch der renommierten Theaterhochschule „Ernst Busch“ in Berlin mehr als drei Jahrzehnte auf der Bühne. Vor der Kamera spielte er u.a. in Dieter Wedels Mehrteiler „Der König von St. Pauli“ und als Reichsmarschall Göring im Hollywood-Film „Operation Walküre“.

Seit den 2000er Jahren war er zunehmend publizistisch tätig – für die Welt/Welt am Sonntag, für ZEIT und ZEIT Magazin, den Cicero und seit 2016 als Autor der JÜDISCHEN ALLGEMEINEN. Er hat mehr als zehn erzählende Sachbücher veröffentlicht.

 

entnommen aus: „Ich bin noch nie einem Juden begegnet: Lebensgeschichten aus Deutschland“

Die Schülerin Dora Eichholtz (Eph) berichtet von dieser außergewöhnlichen Unterrichtsstunde:

Die komplette Jahrgangsstufe 10 hört gespannt zu.

Freude kommt bei Schüler*innen der 10. Jahrgangsstufe angesichts einer zweistündigen Lesung eigentlich immer auf, auch wenn die Gründe dafür bei allen Anwesenden sehr unterschiedlich ausfallen mögen.
Jedenfalls schiebt sich der ganze Jahrgang bereitwillig nach der großen Pause in die Aula, jeder sucht sich seinen Platz und beginnt ein Gespräch mit den Sitznachbar*innen. Mal sehen, wer gleich auf die Bühne steigt - hoffentlich wird es ganz interessant und nicht allzu unverständlich.

Als Herr Haase-Hindenberg zu sprechen beginnt, kehrt jedoch Ruhe ein. Man merkt, dass ein Erzähler vorne auf der Bühne sitzt, dessen Stimme die geräumige Aula zu füllen vermag.
Die erste Geschichte handelt von einem Jungen namens Liam, der auf eine neue Schule kommt und gleich am ersten Tag angsterfüllt wieder nach Hause geht. Ein Mitschüler hatte lauthals angekündigt, jeden Juden umzubringen, den er sehe. Die folgenden Seiten erzählen von der vergeblichen Suche des Jungen nach Unterstützung gegen die Diskriminierung, die er tagtäglich erfahren muss. Die Behörden versagen auf erschreckende Weise, bis seine Mutter schließlich beschließt, die Sache selbst in die Hand zu nehmen, und neue Wege zu suchen, Freundschaften zwischen scheinbar so gegensätzlichen Gruppen zu schließen.

Stufensprecher Julian Müller und Dora Eichholtz bedanken sich bei Gerhard Haase-Hindenberg im Namen der gesamten Jahrgangsstufe.

Es ist eine sehr inspirierende Geschichte, von der man sich dennoch wünscht, sie hätte nie geschehen müssen. Die Lehrer*innen hätten doch etwas gegen die Drohungen tun können, die Sozialhelfer*innen erst recht. Ein*e Schüler*in sollte niemals allein Hass und Diskriminierung entgegenstehen. Man fragt sich automatisch, ob es an der eigenen Schule besser gewesen wäre und kommt zu dem Schluss, dass man zu diesem ‘Besser’ beitragen möchte.

Im anschließenden Dialog zwischen Autor und Schüler*innen werden noch mehr Geschichten erzählt. Davon wie es ist, wenn man nach den Ereignissen der letzten Monate plötzlich böse angestarrt wird, weil man im Supermarkt Russisch spricht, welche Vorurteile einem begegnen, wenn man einen Hijab trägt und, dass Diskriminierung leider noch lange nicht der Vergangenheit angehört.

Am Ende ist jeder zufrieden und froh, nicht wegen der verpassten Unterrichtsstunden, sondern weil man neue Seiten seiner Mitschüler*innen kennengelernt und einem echten Geschichtenerzähler zuhören durfte, der sogar in einem Film mit Tom Cruise (!) mitgespielt hat.

Einleitungstext und Fotos: Daniel Schirra

Bericht: Dora Eichholtz, EPh

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