Eine Familie von vielen: Für Familie Cahn wurden vier der 121 Stolpersteine in Moers verlegt.

„Stolpersteine“ Reinigung am Holocaustgedenktag
aktualisiert: Reden und Slideshow

Am 27. Januar nahmen unserer Schülerinnen und Schüler an einer stadtweiten „Stolperstein-Aktion“ teil, die vom „Arbeitskreis Stolpersteine“ initiiert wurde. An insgesamt 8 verschiedenen Stellen gedachten die Adolfiner der Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft und reinigten die dort verlegten „Stolpersteine“.

In der Vorbereitung setzten sich die Schülerinnen und Schüler in ihren jeweiligen Klassen und Kursen intensiv mit den Biographien der Deportierten und Ermordeten auseinander, informierten sich über das Konzept der „Stolpersteine“ und suchten nach Pflege- und Reinigungsanleitungen für die Gedenksteine.

Auch Bürgermeister Fleischhauer beteiligte sich an der Aktion und ermutigte die nachfolgende Generation dazu, die Erinnerung wachzuhalten.

Ein besonderer Dank gilt allen involvierten Schülerinnen und Schülern sowie unseren Kolleginnen und Kollegen, die die Aktion begleitet haben: Dr. Kai Dinkelmann, Lucas Liesegang, Daniel Schirra, Julia Schönbach, Sandra Hennemann, Ulrike Krakow, Franziska Deventer, Christina Evers, Sven Neumann.

Im Anschluss finden Sie die Schülerbeiträge und eine stumme Slideshow der Bilder der Reinigungen, die durch die verschiedenen Klassen und Kurse vorgenommen wurde.

Hintergrund 27. Januar
Dem Wind und Wetter ausgesetzt: So sahen die Stolpersteine vor der Reinigung aus.

Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Vernichtungslager Auschwitz. Allein an diesem Ort ermordeten die Nationalsozialisten zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Million Menschen.
Seit 1996 ist der Jahrestag der bundesweit gesetzlich verankerte Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Im Jahre 2005 wurde der 27. Januar durch die Vereinten Nationen zum internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocaust erklärt.

Text: Daniel Schirra

Fotos: Sandra Hennemann

Rede zur Stolpersteinreinigung der Familie Kaufmann

Wir sind heute hier, um die Stolpersteine der Familie Kaufmann zu säubern und ihrer zu gedenken. Familie Kaufmann ist eine von vielen Familien, die während des Zweiten Weltkriegs ermordet worden ist.

Stolpersteine finden sich inzwischen in vielen Städten Deutschlands, sodass jeder diesen Menschen, die so viel Unrecht erfahren haben, gedenken kann. Wir als Schülerinnen und Schüler haben kaum noch Bezug zu diesen schlimmen Zeiten, denn die meisten Zeitzeugen sind bereits verstorben und die Übrigen können aufgrund der derzeitigen Corona-Pandemie nicht besucht werden. Wegen des fehlenden direkten Bezugs zu dieser Zeit sollte man meinen, solche Themen würden die heutigen Schülerinnen und Schüler nicht mehr sonderlich interessieren und erst recht nicht berühren, doch ich bin mir ganz sicher, dass jeder auf seine Weise um diese Familie trauert. Die Zeitzeugen berichten von so großem Unrecht, dass es für uns kaum vorstellbar ist, wie man solch schlimme Zeiten überstehen oder überleben konnte. Familie Kaufmann hat leider nicht überlebt.

Die Mitglieder der Familie Kaufmann waren beliebte Mitbürger und darum ist es umso erschreckender, dass zugelassen wurde, dass sie deportiert wurden. Keiner von uns kann sich vorstellen, wie es ist, wenn man wegen seines Glaubens von einem auf den anderen Tag seine Heimat verlassen muss und nicht weiß, ob man je wieder lebendig zurückkehren kann. Wir können uns nicht vorstellen, wie es damals in einem Konzentrationslager gewesen sein muss und wir können uns nicht die Qualen vorstellen, die zum Beispiel Familie Kaufmann erleiden musste.

Wegen all dieser Ungerechtigkeiten und Qualen, die dieser Familie zugefügt wurden und wegen der Gefahr vergessen zu werden, da es keine Angehörigen mehr gibt, ist es doch das Mindeste, was wir tun können, wenn wir das Einzige, was von ihnen übriggeblieben ist, pflegen, säubern und uns an sie erinnern.

Verfasst von: Cora Schmidt (Q2)

Vorgetragen von Bennet Pappe (Q2)

Bericht über die Reinigung der Stolpersteine der Familie Callmann

Am 27. Januar 2022 hat unsere Klasse (9c) an der Stolpersteinreinigung teilgenommen. Wir haben die Steine an der Baerler Straße 64 gesäubert und es wurden Reden zum Gedenken an die Ermordeten gehalten.

In den Redebeiträgen der Schülerinnen und Schüler wurden die Biographien der Familie Callmann vorgestellt. Das Leben der jüdischen Familien von damals hatten wir vorher im Geschichtsunterricht ausführlich mithilfe von Texten untersucht. Die Eltern Siegfried und Jenny Callmann bekamen 1923 ihr erstes Kind-Ernst-Ludwig. 1924 kam Ihre Tochter Leni zur Welt. Auch die beiden Schwestern der Mutter, Rosa und Adele Sternberg, lebten im gleichen Haus. Durch die Untersuchung der Originaltexte konnten wir uns ein gutes Bild vom Leben der jüdischen Familie verschaffen. Es ist grausam, sich vorzustellen, was sie alles durchmachen mussten: Geschäftsaufgabe, unfreiwilliger Umzug, Ausgrenzung, Deportation und Vernichtung.

Für viele von uns ist es normal, jeden Morgen aufzustehen und direkt unserer Routine täglichen nachzugehen: aufstehen, sich fertig machen, frühstücken, in die Schule oder zur Arbeit gehen. Ich habe heutzutage als 14-Jährige ein Recht auf Bildung, aber was ist mit der 14-jährigen Leni Callman, die zusammen mit ihrem Bruder in Riga Zwangsarbeit leisten musste? Hatte sie damals als Jüdin auch ein Recht auf Bildung gehabt? Nein! Wie viele andere jüdische Kinder wurde sie gezwungen, die Schule zu verlassen. Leni Callman, ihr Bruder Ernst-Ludwig Callman sowie ihre Familienangehörigen wurden verfolgt und gedemütigt. Sie durften nicht ihrer täglichen Routine nachgehen. Sie wurden erst gezwungen, alles aufzugeben und dann schließlich ermordet.

Wir, die 9c, haben mit unserem Geschichtslehrer, Daniel Schirra, Reden an der Baeler Straße 64 gehalten. Es war der letzte frei gewählte Wohnort der Familie Callmann. Nach unseren Redebeiträgen haben zwei Schüler die Stolpersteine gesäubert. Als wir mit der Reinigung fertig waren, kam die Frage auf, was unsere Gefühle vor Ort waren. Eines lässt sich sagen: Solche Tage werden wir nicht vergessen, denn es waren normale Menschen, die einfach so aus ihrem Leben gerissen wurden. So etwas darf nie wieder geschehen!

Text: Ana Richter, 9c

27. Januar 2022 - Wir gedenken

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